Skifahrten sind super!

Ski-Formationsfahren

Jedes Jahr begeben sich zahllose Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Skifreizeiten oder Schulskikursen in die Berge. Eine Möglichkeit das Skifahren anhand einer kooperativen Lernmethodik zu behandeln, bietet das Formationsfahren. Das Formationsfahren stellt besondere Anforderungen an die Rhythmus- und Anpassungsfähigkeit von Skianfängern aber auch von Fortgeschrittenen. Dabei versucht man die eigenen Schwünge auf einen Partner oder mehrere Mitfahrer abzustimmen. Dies erfolgt über das Timing, die Größe und den Ort der Schwünge. In vielen Demonstrationsvideos von Skiorten oder Skischulen lassen sich spektakuläre Beispiele ansehen[1].

Ein besonderes Projekt ist es mit Schülerinnen und Schüler eine eigene Demofahrt zu erarbeiten. Dazu bietet sich die Methodik der Gruppenpräsentation an (vgl. Wibowo, 2016). Zuerst wird die Skigruppe in Kleingruppen von 3-5 Schülerinnen und Schülern eingeteilt. Anschließend besteht, je nach Zeitbudget, ein oder sogar zwei Skivormittage Zeit, selbstständig eine Demofahrt zu gestalten.
Für die Annäherung an das Formationsfahren bieten sich kleine Partnerübungen an, die das Rhythmusgefühl herausfordern und den Fokus vom eigenen Gleichgewichtskampf auf den Skipartner bzw. die Skipartnerin verschieben.
Es bieten sich z.B. folgende Übungen an:

  • Schattenfahren (hinter- und nebeneinander)
  • Fahren nach einem Lied- oder Sprechrhythmus (z.B. WI – MA – SUUU oder Schatzi, schenk mir…)
  • Gegenseitig umkreisen
  • Hand in Hand fahren ohne Stöcke

Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler anhand von Aufgabenkarten  Impulse für das Gestalten einer eigenen Formationsfahrt.

Formationsfahren Kartendarstellung zweites Bild   Formationsfahren Kartendarstellung

Aufgabenkarten Formationsfahren downloaden

Dazu dürfen diese sich in den Kleingruppen frei am Hang bewegen und müssen sich in jeder “Runde” eine neue Aufgabe am Lehrerstandort abholen. Vorher ist es jedoch wichtig noch einmal die wichtigsten Regeln zusammenzufassen. Zudem muss an dieser Stelle der Standort der Lehrkraft bzw. der Lehrkräfte bekannt gegeben werden.

  • Die Gruppe bleibt beim Fahren am Hang zusammen. Das heißt, die Gruppe steigt immer gemeinsam in den Lift ein und macht mindestens einen gemeinsamen Treffpunkt am Hang aus. Bei Stürzen (auch aus dem Lift) hilft man sich gegenseitig bzw. wartet am Rand auf den Rest der Gruppe.
  • Der Hang bzw. die Gruppe darf nur, in Rücksprache mit der Lehrkraft, z.B. zur Toilettenpause verlassen werden.
  • Die Gruppe hält die bekannten FIS-Regeln ein.
  • Bei jeder gemeinsamen Abfahrt wird kurz am Standort der Lehrkraft gehalten, um ggf. Rückmeldung, Aufträge oder andere Informationen zu bekommen.

Der Beginn der Gruppenphase startet mit der ersten gemeinsamen Abfahrt ohne zusätzliche Gruppenaufgabe, allerdings mit dem Hinweis, sich bei jeder weiteren Abfahrt eine Aufgabe bei der Lehrkraft abzuholen.

Zuletzt lautet die Aufgabe:

Baut in einer Abfahrt mindestens zwei (eigene) Rhythmusformen und zwei (eigene) Formationsformen ein. Jeder muss in der Formation dabei sein, nicht jeder muss das gleiche machen. Ihr solltet eure Demofahrt anschließend den anderen präsentieren können.

Am Ende sollte eine Präsentation in Form einer „Demofahrt“ vor den anderen Formationsgruppen stattfinden. Hier ist es ratsam ein Stockzeichen als Startsignal zu vereinbaren. Denkbar ist es eine Jury mit Karten von Punkten von 1-10 auszustatten, die die Formationen bewertet, um einen Gruppensieger zu küren. Dies erhöht oftmals die Motivation- allerdings auch den Druck bei der Demonstrationsfahrt. Um dem gerecht zu werden, ist es wichtig, den Gruppen ausreichend Zeit zum Üben zu geben. Filmt man die Demofahrten, kann man gemeinsam am Abend das Produkt betrachten und hat eine schöne Erinnerung an die Skifahrt.

Weitere Informationen, Tipps zur Umsetzung und zum Umgang mit Problemen im kooperativen Lernen, insbesondere im Bewegungsfeld “Rollen und Gleiten” finden sich in Wibowo, Bähr (i.V.).

[1] Z.B. das Video des Demoteams Slowenien https://youtu.be/zlwKhi7g4tA

Literatur

Bähr, I. & Wibowo, J. (Hrsg.). (i.V.). Kooperatives Lernen im Sportunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Wibowo, J. (2016). Kooperatives Lernen im Sportunterricht. Zugriff am 12.02.2017 unter https://wimasu.de/kooperatives-lernen/

Die Zeichnungen

Für die Karten hat Nao Matsuyama extra die Vogelperspektive eingenommen. Weitere Zeichnungen von Nao findet ihr übrigens in unserem Unterrichtseinstieg Time to Play .

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