Jonglieren

Jonglieren im Sportunterricht

Jonglieren ritualisieren

Seit diesem Schuljahr wird in den ersten zehn Minuten des Sportunterrichts jongliert. Anfangs noch mit Tennisbällen... Da die Schüler aber Interesse an richtigen Jonglierbällen hatten, haben wir diese mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis bei Just Juggling bestellt. Der Inhaber der Seite bietet eine kompetente Beratung, sowie einen Schulrabatt an.

Das Ergebnis lässt sich sehen: Jede Woche werden die Schüler sicherer beim Jonglieren- und dank der eigenen Bälle wird jetzt auch zu Hause eifrig geübt, teilweise sogar mit den Eltern. Dieser Kurzartikel beschäftigt sich mit dem Jonglieren und dessen Wirkungen.

Was versteht man unter Jonglieren?

Das Wort „jonglieren“ stammt ursprünglich vom mittelalterlichen Joculator (lat. Spaßmacher), die Wurzeln des Jonglierens sind jedoch schon im alten Ägypten, Rom und Griechenland zu finden (ca. 2000 v. Chr.) (Lewbel, 1995). Die modernen Definitionen von Jonglieren sind nicht konsistent (vgl. ebd.). So fasst z. B. Erlacher (1993, S. 7) „Jonglage“ im weiten Sinne als Balancekunststücke (z.B. Tellerdrehen, Diabolo spielen) sowie das Werfen von Gegenständen durch die Luft zusammen. Oft werden darunter auch andere Zirkuskünste, wie Clownerie, Magie subsummiert (vgl. Lewbel, 1995; Wilkens, 1994, S. 8). Wir verstehen unter Jonglieren im engen Sinn das Jonglieren in mit Bällen, Tüchern, Keulen oder Ringen (in Form einer Kaskade).

Das Grundmuster des Jonglierens ist die Kaskade (Innenkaskade), dabei werden drei Bälle über Kreuz jongliert (z. B. ebd., S. 13)[1]. Der Shower, bei dem die Bälle übergeben werden und im Kreis jongliert werden, ist oft als Grundmuster missverstanden. Die Kaskade ist jedoch wesentlich ausbaufähiger und für den Anfänger leichter zu erlernen (vgl. Finnigan, 2000, S. 45; Treiber, 1995, S. 48).

Warum Jonglieren?

Untersuchungen, die die Wirkung des Jonglierens auf die schulische Leistungsfähigkeit untersuchen, sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht aufzufinden. Dennoch werden dem Jonglieren werden eine Vielzahl positiver Effekte zugeschrieben: Treiber (1995, S. 6) nennt u. a. die Schulung der motorischen Fähigkeiten, der Reflexe, des Konzentrationsvermögens. Finnigan (2000, S. 490) widmet dem Jonglieren im Bezug auf die Gesundheit ein ganzes Kapitel, in dem er insbesondere die meditative Wirkung betont. Eine Studie von Jansen und Pietsch (2009) bestätigen die positive Wirkung eines Jongliertrainings von drei Monaten auf die spezifische räumlich-kognitive Fähigkeit. Hinzu kommt die hohe Motivation die Jongliergeräte aller Art (z. B. Diabolo, Devil-Stick, Cigar-Boxes, Jo-Jo, etc.) auf die Lernenden ausüben (vgl. Bender, 2008, S. 11).

 

[1] Diverse Quellen erklären die 3-Ball-Kaskade genauer so z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Kaskade_(Jonglieren), oder (Finnigan, 2000)

 

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Literatur

Bähr, I. (2009). Kunststück! Pädagogische Chancen der Bewegungskünste. Sportpädagogik (4+5), 4–10.

Bender, L. (2008). Jonglieren in der Grundschule. Sportpädagogik (4+5), 11–15.

Bollnow, O.F. (1978). Vom Geist des Übens. Eine Rückbesinnung auf elementare didaktische Erfahrung (3. Aufl.). Freiburg: Herder.

Butte, A. (1996). Bewegungskünste und Zirkus in Schule und Verein. Akrobatik Jonglage Balance halten mit Leiter Lauftrommel Rollbrett Kugel und Einrad Bewegungstheater. Celle: Pohl.

Ed Carstens (1992). The Mathmatics of Juggling. Zugriff am 05. Januar 2011 unter http://www.juggling.org/media/moj1.ps.

Erlacher, K. (1993). Jonglierbuch für Kinder (1. Aufl.). Ravensburg: Maier.

Finnigan, D. (2000). Alles über die Kunst des Jonglierens (12. Aufl.). Köln: DuMont.

Jansen, P. & Pietsch, S. (2009). Schon drei Monate Jonglieren verändert. Gibt es einen Zusammenhang zwischen motorischen und räumlich-kognitiven Fähigkeiten. Sportpädagogik (6), 39–41.

Lewbel, A. (2002). Research in Juggling History. Zugriff am 03. Januar 2011 unter http://www2.bc.edu/~lewbel/jugweb/history-1.html.

Treiber, J. (1995). Richtig jonglieren (4. Aufl.). München: BLV.

Wilkens, A. (1994). Einfach aus der Luft gegriffen. Ein Jonglierkurs (1. Aufl.). München: Humboldt.

 

 

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