Sportunterricht Pyramidenspiel Wimasu

Pyramidenspiel und 4-LĂ€nder-Spiel

Vom  geschĂŒtzten Raum des Sportunterrichts profitieren und in einer Vielzahl von kleinen Herausforderungen Siege und Niederlagen erleben – Das ist das Pyramidenspiel! Ein lohnendes Spiel fĂŒr die Sek I und die Grundschule.

Die Idee des Unterrichtsvorhabens

Im Rahmen eines Unterrichtsvorhabens mit dem Schwerpunkt „Spielen/WettkĂ€mpfen/ Kooperieren“ eignet sich das Pyramidenspiel sehr gut. Denn der Kern des Pyramidenspiels ist es, in vielen kleinen PaarwettkĂ€mpfen das Gewinnen und Verlieren zu thematisieren. Dabei werden immer wieder andere SchĂŒlerInnen herausgefordert. Die Akzeptanz von Sieg/Niederlage und Respekt vor dem Gegner soll dadurch entwickelt werden.
Zentral kann der Gedanke sein, dass SiegerInnen im Sportspiel nur dann existieren können, wenn diesem GewinnerIn ein/e VerliererIn gegenĂŒbersteht. Sieg und Niederlage gehören zusammen und können nur gemeinsam existieren. Daraus resultierten sollte man dem/der VerliererIn dankbar sein, denn nur als gemeinsame Spielpartner/in kann ein Spiel entstehen aus dem ein/e SiegerIn hervorgeht.

Die Reihe kann folgendermaßen gegliedert durchgefĂŒhrt werden:

  1. Doppelstunde (DS) – Inhalt: Pyramidenspiel
  2. Doppelstunde – Inhalt: Eigene Minispiele erfinden und spielen
  3. 4-Felder-LĂ€nder-Ball – Pyramidenspiel plus Völkerball

Die vollstĂ€ndigen Materialien inkl. 17 Spielkarten fĂŒr das Pyramidenspiel kannst du bei uns kaufen, downloaden und sofort im Unterricht verwenden.

Das Unterrichtsmaterial der kompletten Reihe ab 8,50-€


Das Pyramidenspiel erklÀrt

Materialbedarf

FĂŒr das Spiel sind diverse Materialien, die auf den Spielkarten aufgelistet sind, notwendig. Sind Materialien nicht vorhanden, können einzelne Stationen natĂŒrlich weggelassen werden. Die Materialien sind jedoch so, dass das Spiel in fast allen Turnhallen möglich leicht durchzufĂŒhren ist.

Organisation

Zentral fĂŒr das Spiel sind KĂ€rtchen oder Klebestreifen mit den Vornamen der teilnehmenden SchĂŒlerInnen, die zufĂ€llig verteilt (oder bewusst durch die Lehrkraft gesteuert) in einer Pyramide angeordnet sind. Die „Spielpyramide“ ist zentral in der Halle auf einem Brett/an der Wand/an der Tafel oder auf dem Boden ausgelegt fĂŒr alle sichtbar dargeboten (siehe Abbildung 1). Als praktikabel hat sich erwiesen die Pyramidenspitze mit 2 SchĂŒlernInnen zu belegen, so kommt es an der Spitze nicht zu langen Wartezeiten. Die tiefe der Pyramide kann zwischen 4 und 6 Ebenen je nach KlassengrĂ¶ĂŸe variieren.

Pyramidenspiel11 

Spielidee

Das Spiel lÀsst sich in 6 Spielaktionen aufteilen, die beliebig oft wiederholbar sind.

  1. Herausfordern bzw. Herausgefordert werden:
    Ein/e SchĂŒlerIn darf jeweils einen andere/n SchĂŒlerIn zu einem Minispiel (siehe Stationskarten) herausfordern. Dabei muss der/die herausgeforderte SpielerIn in der Ebene DIREKT ĂŒber dem Herausforderer stehen. Eine Herausforderung darf NICHT abgelehnt werden und muss ausgefochten werden. Beim Herausfordern darf keine Ebene ĂŒbersprungen werden.
  2. Partnerspiel sowie Spielregeln festlegen und Schiedsrichter suchen:
    Die Herausforderung wird in Form eines Minispiels ausgetragen, das z. auf Spielkarten vorgegeben ist. Der Herausforderer legt das Spiel fest! Anschließend werden die Regeln unter den beiden Kontrahenten genau abgesprochen und ein Schiedsrichter (NICHT die Lehrkraft) rekrutiert. Wichtig festzulegen ist, wie ĂŒber Sieg und Niederlage entschieden wird.
  3. Wettspiel austragen – spielen
  4. Sieger und Verlierer festlegen
    Dabei kommt es erfahrungsgemĂ€ĂŸ in vielen Lerngruppen zu Streitereien. Dies liegt oft daran, dass im Vorfeld des Minispiels die Regeln nicht klar festgelegt wurden. Es muss insbesondere klar sein, wie genau man gewinnt! Diese kleinen Unstimmigkeiten sollten keinesfalls durch die Lehrkraft geschlichtet werden, sondern die Aufgabe der Lehrkraft liegt darin UrsachenaufklĂ€rung zu betreiben: Wodurch sind die Probleme entstanden? Wie lasse sich diese beim nĂ€chsten Spiel vermeiden. Ggf. muss ein Wettspiel mit ĂŒberarbeiteten Regeln neu ausgespielt werden.
  5. Der/Die SiegerIn bedankt sich per sportlich fairem Handschlag (Handshake) beim Unterlegenen fĂŒr das gute Spiel!
  6. Die Pyramide verÀndern
    Gewinnt der/die HerausfordererIn, so steigt diese/r eine Pyramidenstufe auf. Der/die unterlegene steigt eine Ebene ab. Dabei hat es sich etabliert, dass man immer nur den eigenen Namen berĂŒhren darf. Andere Namen dĂŒrfen nicht bewegt werden. Auch dies beugt Streiterein, um die Rangfolge vor.
  7. Erneut herausfordern (Schritt 1)

Spielende

Es kann auf Zeit gespielt werden. So kann z. B. nach 60min der Spieler/die Spielerinn bzw. das Paar zum Sieger des Turniers gekĂŒrt werden, die zu diesem Zeitpunkt oben stehen. GrundsĂ€tzlich hat das Spiel kein Ende.

Eine weiterfĂŒhrende Variante, die sich im Anschluss an das „klassische“ Pyramidenspiel anbietet ist Vierfelder-LĂ€nderball – Eine Kombination aus Völkerball und Pyramidenspiel[1].


4-Felder-LĂ€nderball – Das Pyramidenspiel plus Völkerball

Material und Aufbau

Zum Material des Pyramidenspiels (siehe Spielkarten) kommen mindestens vier BĂ€nke, sowie 4 HĂŒtchen zur Feldbegrenzung hinzu. Außerdem werden 1-3 SoftbĂ€lle benötigt.
Die zu VerfĂŒgung stehende Halle (bzw. das Hallendrittel) wird geteilt: In etwa einem Drittel finden die Miniwettspiele des Pyramidenspiels statt. Auf dem restlichen Hallenplatz werden vier Felder abgegrenzt. HĂŒtchen markieren die Felder des jeweiligen Feldes. Jedes Team erhĂ€lt ein Feld.

SpieldurchfĂŒhrung

Gespielt wird mit vier Teams gleichzeitig. Ziel ist es, wie beim Völkerball, die Spieler der anderen Teams mit einem Ball abzuwerfen. Bodentreffer oder gefangene BĂ€lle zĂ€hlen nicht als Treffer. Ist ein Spieler abgeworfen, wechselt dieser außerhalb des Feldes und darf von dort weiter versuchen Spieler der anderen Teams/LĂ€nder abzuwerfen.
Sobald ein Spieler eines anderen Landes abgeworfen ist, fordert der lĂ€nger ausgeschiedene Spieler diesen zu einem Battle in Form eines Minispiels heraus. Es wird ein Wettspiel in Form des Pyramidenspiels durchgefĂŒhrt (s. o.). Auch hier darf der herausfordernde Spieler das Spiel aussuchen.
Der Gewinner des Battles darf den anderen Spieler mit in sein Land nehmen und beide Spielen von nun an fĂŒr dieses Land weiter.
Sollten die Spieler eines Landes alle abgeworfen sein, wird das Land aufgelöst und das Land, welches den letzten Spieler abgeworfen hat erhÀlt dessen Spielfeld dazu. Die trennenden BÀnke werden dazu weggerÀumt.

Ende

Das Spiel endet, sobald es ein Land schafft alle gegnerischen Spieler abzuwerfen.

Abschlussbesprechung

Das Spielen des Spiels als wirklichen LĂ€nderkampf sollte man mit Vorsicht inszenieren, da es insbesondere in den Klassen 6-8 schnell zu diskriminierenden und von Vorurteilen geprĂ€gten Äußerungen kommt. Man sollte sich diesen Problemen bewusst sein und diese ggf. in einer Zwischen-/ oder Abschlussbesprechung aufgreifen.


Fazit

Das Pyramidenspiel ist ein abwechslungsreiches Spiel, das man auch mit Klassen durchfĂŒhren kann, die man gerade ĂŒbernommen hat. Es bietet einen gute Gelegenheit den Umgang mit Sieg und Niederlage bzw. dem Gegener zu thematisieren. Einmal ausgedruckt und laminiert lassen sich die Materialen wiederverwenden und die Spielform ist zudem auf andere Wettkampfsituationen ĂŒbertragbar (z.B. im KĂ€mpfen, Wettschwimmen, usw.).

Das Unterrichtsmaterial der kompletten Reihe ab 8,50-€

[1] Ein Video dazu stellte z. B. die Uni Gießen bereit. Siehe auch Danisch, LĂŒders (2009)